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"Ritzzeichnungen."

Ritzzeichnungen. Die verborgenen Baupläne in der gotischen Chorhalle des Aachener Doms"

Eine Ausstellung des Domkapitels Aachen, des Landschaftsverbandes Rheinland/Rheinisches Amt für Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Kreuzgang des Aachener Doms
Aachener Dom.- Einen unvermuteten Einblick in den spätmittelalterlichen Bauhüttenbetrieb eröffnen gotische Ritzzeichnungen, die sich auf den Wänden der Chorhalle befinden, aber seit Jahrhunderten größtenteils hinter dem Chorgestühl verborgen sind. Diese zwischen 1395 und 1414 entstandenen Baupläne für die Vollendung der Chorhalle stellen ein einzigartiges gotisches Zeichnungskonvolut dar. Sie sind nicht auf Pergament oder Papier gezeichnet, sondern eingeritzt in die Sockelwände der noch unfertigen Chorhalle, die um 1400 von der mittelalterlichen Bauhütte als "Planungsbüro" und Werkstatt genutzt wurde. 1972 wurde ein Teil erfasst, aber erst während der jüngsten Sanierung waren die Zeichnungen für begrenzte Zeit vollständig sichtbar.
Mit Unterstützung der Dombauleitung dokumentierte das Rheinische Amt für Denkmalpflege im Zuge der baubegleitenden Untersuchungen der Chorhalle die Ritzzeichnungen. Annähernd 600 Jahre nach ihrer Entstehung konnten sie mit digitaler Technik erstmals vollständig erfasst und entschlüsselt werden.

2005 wurden die Aachener Ritzzeichnungen bei der Ausstellung "Zeitschichten - Erkennen und Erhalten. Denkmalpflege in Deutschland. 100 Jahre Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler von Georg Dehio" im Dresdner Residenzschloss präsentiert. Die Exponate, ergänzt durch zusätzliche Bildtafeln und Erläuterungen, werden ab dem 5. Mai nun erstmals in Aachen gezeigt. Großformatige Schaubilder und eine Computeranimation veranschaulichen Aufbau und Funktion der bis zu über 6 m langen Zeichnungen für Brüstungen und Fialen, Fensterbögen und Maßwerk. Die Technik des Ritzens wird an einem Modellstück demonstriert. Alternativentwürfe haben sich für das heute nicht mehr vorhandene gotische Fenstermaßwerk erhalten. Anhand der mittelalterlichen Ritzungen wurden Konstruktions- und Ansichtszeichnungen entwickelt, so dass ein Maßwerkbogen von einem Steinmetz nach dem originalen Muster nachgeschlagen werden konnte.

Die bis zum Winter 2006 laufende Ausstellung im südlichen Flügel des Kreuzgangs ist vom Zugang Domschatzkammer zu erreichen. Einige Wandbereiche mit Ritzzeichnungen sind in der Chorhalle des Aachener Doms sichtbar.
Eintritt frei!
Öffnungszeiten (ab 5. Mai 2006):
täglich 10.00 - 17.30 Uhr
montags 10.00 - 12.30 Uhr
donnerstags 10.00 - 20.30 Uhr

(Quelle: Rheinisches Amt für Denkmalpflege)