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Horsepower

Horsepower. Das Pferd als Arbeitstier. 10 Jahre Museum Zinkhütter Hof. 13.8.2006 – 7.1.2007

Wie gewohnt wortkarg gibt sich der Zinkhütter Hof anläßlich seiner Jubiläumsausstellung: 'Horsepower. Das Pferd als Arbeitstier. 10 Jahre Museum Zinkhütter Hof. 13.8.2006 – 7.1.2007'. Mehr nicht. Einmal abgesehen von der Frage, ob 'Pferdestärken' als Titel nicht viel schöner gewesen wäre, ist der literarische Minimalismus aber vielleicht doch kein Zufall. Schließlich hat das Museum seit der Eröffnung im Jahr 1996 die deutsche Sprachlandschaft bereits um einige recht bemerkenswerte Stilblüten („Zinkerhütte Hof"(1)), orthographisch-geographische Neologismen („Achen“(2) / „Lissabonn"(3)), sowie eine avantgardistische Grammatik bereichert, welche noch heute jeden engagierten Rechtschreibreformer als spießbürgerlich-konservativen Sprachkurator entlarven. Ob die zeitliche und örtliche Nähe zu den Weltreiterspielen in Zusammenhang mit der Ausstellung stehen, läßt sich ebenfalls nur vermuten. Die Bildexegese einer Einladungskarte deutet darauf hin, daß die Ausstellung wohl zumindest partiell auf Exponaten der Sammlung Funke beruht. Dies wurde allerdings auch höchste Zeit. Zur Erinnerung: Die Sammlung Funke, eine vorwiegend im 19. Jahrhundert angesiedelte, kulturhistorisch nicht unbedeutende Sammlung von Lithographien und Stichen zur Technik- und Verkehrsgeschichte, wurde vor etwa zwölf Jahren mit finanziellen Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland erworben und dem Museum Zinkhütter Hof als Leihgabe zur weiteren Pflege und Nutzung überlassen. Da erscheint eine einzige halbwegs relevante Ausstellung in zehn Jahren aktiver Museumstätigkeit nicht gerade als Nachweis eines besonders ambitionierten wissenschaftlichen Programms, zumal die Sammlung Funke auch in der Dauerausstellung des Museums praktisch keine Spuren hinterlassen hat. Immerhin, die Exponate sprechen in der Regel für sich, so daß man auch ausstellungstechnisch und -didaktisch nicht viel falsch machen kann. Die Ausstellung dürfte also Hippophilen wie Hippophoben gleichermaßen zu empfehlen sein.(4)

(1) Vgl. die Selbstdarstellung in: Waldemar Baron; Sabine Korte, Technologie-Monitoring. Statusbericht: Dokumentation des Erbes industrieller Produktionsprozesse. Institutioneller und thematischer Überblick, hg. vom VDI im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Düsseldorf 1997, S. 46.
(2) Vgl. ebd.
(3) Vgl. u.a. die vor zwei Jahren eröffnete Ausstellung 'Stolberger Gold'.

(Michael Käding)

Nachtrag vom 16.8.2006: Eine kurze Überblicksdarstellung wurde, wohl als Reaktion auf diese Anregung, inzwischen nachgereicht und ist auf der Homepage des Museums einsehbar.