Von den Göttern zu Gott
Von den Göttern zu Gott. Frühes Christentum im
Rheinland
Eine Ausstellung im Rheinischen LandesMuseum Bonn
in Zusammenarbeit mit dem
Rheinischen Verein für Denkmalpflege und
Landschaftsschutz
14. Dezember 2006 – 15. April 2007
„Von den Göttern zu Gott. Frühes Christentum im
Rheinland" heißt die Ausstellung, die das Rheinische
LandesMuseum Bonn und der Rheinische Verein für Denkmalpflege
und Landschaftsschutz gemeinsam planen. Das gesamte 20. Jahrhundert
hindurch haben Archäologen in rheinischen Kirchen nach den
Ursprüngen des frühen Christentums gegraben, und dies in
teilweise jahrzehntelangen Kampagnen. In den letzten 20 Jahren hat
man die Befunde und Fundobjekte dieser Grabungen neu bewertet.
Damit einhergehend sind neue Interpretationen und vor allem
verlässlichere Datierungen zu den ältesten Spuren des
Christentums formuliert worden. So erweisen sich Befunde, die
früher in die Spätantike datiert wurden, jetzt als Reste
frühmittelalterlicher Bauten, vornehmlich des 6. Jahrhunderts.
Ehemals christlich gedeutete Architektur ist vom heutigen
Standpunkt aus in ihrer Funktion oft nicht mehr so klar zuzuordnen.
Auf dieser verbesserten Grundlage muss der Abgleich der
archäologischen und historischen Quellen neu vorgenommen
werden.
Für die Gesamtbewertung des Christianisierungsprozesses im
Rheinland leiten sich aus diesem veränderten Forschungsstand
zum einen Fragen nach dem Grad und der Nachhaltigkeit der
Christianisierung der spätantiken Bevölkerung des
Rheinlandes ab, zum anderen muss man der Frage nachgehen, wie sich
der Prozess der Christianisierung bei den Franken vollzog. Welche
Spuren diese Vorgänge hinterließen, wird die Ausstellung
anhand der Sachquellen herausarbeiten. Dabei erscheint aus moderner
Sicht eine interdisziplinäre historisch-archäologische
Herangehensweise notwendig und sinnvoll.
Die Christianisierung ist nicht losgelöst von den jeweiligen
gesellschaftlichen Verhältnissen zu betrachten. Die
Ausstellung möchte das besonders deutlich machen. Sie verfolgt
darüber hinaus das Ziel, Kontinuität und Wechselwirkungen
weltlicher und geistiger Strukturen im spätantiken und
frühmittelalterlichen Rheinland zu visualisieren.
Das Rheinland ist - obwohl Randregion im spätrömischen
Reich und auch im Herrschaftsbereich Chlodwigs -
außergewöhnlich reich an Funden mit christlichem
Charakter. Die Ausstellung im Rheinischen LandesMuseum Bonn soll
eine Zusammenschau der Funde aus dem Gebiet zwischen Xanten und
Mainz bieten und diese in den größeren Kontext des
spätrömischen Reiches und des fränkischen
Machtbereiches im frühen Mittelalter einbetten.
Verschiedene Themenblöcke werden die politischen,
gesellschaftlichen und militärischen Grundvoraussetzungen
aufzeigen, die den Boden für die schnelle und
flächendeckende Ausbreitung des Christentums im 4. Jahrhundert
bildeten. Ausgewählte Funde aus Gallien und Italien
veranschaulichen, dass sich im Rheinland die neue Religion im
Verhältnis zu Südgallien, Italien, Nordafrika oder
Kleinasien verhältnismäßig spät wirkungsvoll
organisierte. Die rheinische Entwicklung nahm ihren Ausgang von den
Zentren Köln und Mainz, die ihrerseits der Entwicklung in
Trier folgten.
Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die Abgrenzung des Christentums von
den alten Kulten und Traditionen und die damit einhergehende
Wechselwirkung. Ein weiterer umfangreicher Themenkomplex widmet
sich den Verhältnissen in der Merowingerzeit, die von einer
anderen Gesellschaftsstruktur bestimmt waren, aber auch von dem
Miteinander und schließlich dem Verschmelzen von Romanen und
Franken. Dies spiegelt sich in der Ausprägung des
merowingerzeitlichen Christentums im Rheinland besonders deutlich
wider.
Ein abschließender Ausblick wird die Besucher in die
christliche Karolingerzeit führen und damit inhaltlich die
Tür zur Entstehung des mittelalterlichen Europas
öffnen.
(Quelle: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und
Landschaftsschutz)

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